Archiv der Kategorie ‘Wahrnehmung‘
Samstag, den 20. Dezember 2008
Während einer Bildreise befand sich eine Klientin ihrem Spiegelbild gegenüber. Um sich zu stärken, trank sie aus einer grünen Phiole mit der Aufschrift Selbstachtung. Ein bitterer Geschmack durchdrang sie. Ihr ganzer Körper zog sich zusammen. Stunden nach unserer Sitzung erreichte mich ein SMS von ihr, dass die Bitterkeit noch anhalte. Sie habe in der heutigen Sitzung die Einsicht gehabt, dass Bewusstsein im Selbst nichts ist ohne Achtung vor dem Selbst. (weiterlesen…)
Tags: bittere Medizin, Integrität, Selbstachtung, Selbstbewusstsein
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Sonntag, den 16. November 2008
Müdigkeit äussert sich bei Menschen auf verschiedene Arten. Die einen fühlen sich zwar müde, aber nicht gezwungen zu schlafen oder sich gar auszuruhen. Sie arbeiten einfach weiter, als wäre nichts. Andere wiederum fühlen sich müde, werden langsamer und träger, gedanklich wie ausführend, wenden sich innerlich ab und beschäftigen sich mehr mit sich selbst als mit der Aussenwelt. Wieder andere schotten sich bei Müdigkeit ab, wollen nicht reden, nicht handeln, nicht denken. Sie schlafen dann, ruhen sich aus, gehen sinnigen wie weniger sinnigen Beschäftigungen nach. Sie lassen auch mal die Seele baumeln. Jedem so, wie ihm der Sinn steht.
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Tags: Müdigkeit, Selbstentwurf, Wahrnehmung
Kategorie Veränderung, Wahrnehmung | 0 Kommentar »
Sonntag, den 9. November 2008
Wir reden von Anerkennung und gleichzeitig reden wir von Wertschätzung. Besser gesagt, wir übernehmen hier das Gedankengut von Abraham Harold Maslow (amerikanischer Psychologe und Mitgründer der humanistischen Psychologie, geb. 1. April 1908, gest. 8. Juni 1970). Mit seiner Bedürfnispyramide hat er unser Denken revolutioniert. Er setzt allerdings voraus, dass der Mensch das nächsthöhere Bedürfnis nicht decken kann, solange es nicht, das vorgängige befriedigt hat. Dies hat heute noch seine Berechtigung.
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Tags: anerkennen, Anerkennung, Bewusstwerdung, Identität, Ressourcen, Rolle, wertschätzen
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Donnerstag, den 9. Oktober 2008
Menschen ändern sich, ihre Gewohnheiten nicht.
Der Mensch untersteht der Macht der Veränderung und leider auch der Macht der Gewohnheit. Diese beiden Kräfte sind einander so nahe wie sie einander gegensätzlich sind. Der Mensch pendelt in seinem Sein zwischen Beständigkeit und Entwicklung in neuen Richtungen. (weiterlesen…)
Tags: Adaption, Gewohnheit, Piaget, Veränderung, Verhaltensmuster
Kategorie Veränderung, Wahrnehmung | 0 Kommentar »
Sonntag, den 17. August 2008
Wer kennt das nicht: Ich gehe müde zu Bett. Weiss, dass ich vieles geleistet habe und sehne mich nach dem Schlaf, weil ich weiss, dass ich morgen wieder viel leisten werde. Das weiss ich wiederum, weil meine Agenda bereits vollgespickt ist mit mir bevorstehenden Leistungen. Meine Agenda diktiert mir den zu meisternden Tagesablauf. Anhand der Leistung verdiene ich Wertschätzung, bin erfolgreich und zähle zu einer bestimmten Welt: die Welt der Erfolgreichen, die Welt der Leistenden, die Welt der Strebenden. Diese Aufzählung liesse sich endlos weiterführen.
Doch es bleibt nur eine Welt zwischen anderen; in ständiger Veränderung. (weiterlesen…)
Tags: Allmöglichkeit, Erfolg, Leistung, Selbstentwurf, Zwischenleben, Zwischenwelt
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Sonntag, den 22. Juni 2008
Eingebettet in meinem Weltbild wähne ich mich in Sicherheit. Ich weiss, was mich erwartet, wie es mich erwartet und wie es zu enden hat. Alle meine Tassen scheinen im Schrank am genau richtigen Platz zu stehen, geordnet nach Wert, Alter, Nutzung, Grösse und Farben.
Es würde mir nicht in den Sinn kommen, diese Ordnung zu stören. Diese Ordnung gibt mir die Gewissheit, dass ich den Regeln und Normen entspreche. Ja, was für ein gutes Gefühl, wenn alles in Ordnung ist. Ich kann mich abends beruhigt ins weiche Bett meiner Wahrheit legen, denn meine Tassen stehen in meinem Schrank nach meinen Regeln in meiner Ordnung.
Mitten in der Nacht reisst mich die Irritation aus meinen gerechten Schlaf. (weiterlesen…)
Tags: Irritation, Tassen im Schrank, Wahrheit, Wahrnehmung
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Montag, den 12. Mai 2008
Auf den ersten Blick sind diese Worte Synonyme. Wir kennen diese Worte, wir setzen Sie sachgemäss synonym ein. Auch Altmeister Kluge nennt zuerst deren ureigene Bedeutung und danach führt er diese zwei Worte wieder zusammen (vgl. 2002, 24., durchgesehene und erweiterte Auflage). Unsere Sprache verändert sich, wir verändern uns. Und doch: nenne ich in meiner Praxis Fragen mit dem Wort entscheiden und dessen Abstrakta, so scheint der Klient immer eine Antwort zu haben. (weiterlesen…)
Tags: Sinneskanal, Sprache
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Samstag, den 29. März 2008
Ich spreche hier nicht von Symbolen.
Ich spreche hier nicht von Visionen.
Ich spreche hier nicht von Träumen.
Ich spreche hier von Bildern, die ansprechen, ohne dass wir auf Anhieb wissen, welche Sprache sie sprechen. Das Bild in seiner Anmut, das tief in uns etwas zu bewegen vermag, dessen wahren Namen wir jedoch vergessen hatten. Das Bild, das etwas weckt, das wir schon vor langer Zeit in tiefen Schlummer entsandt haben.
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Tags: Leitbild, Potenzial, Wahrnehmung
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Freitag, den 21. März 2008
„Es ist mal wieder an der Zeit, einen Blog zu schreiben.“
Schon wieder mittendrin in einem Verhaltensmuster, geleitet von einem Glaubenssatz. Schon war das Thema für diesen Blog gefunden.
Verhaltensmuster geben den Handlungen Ordnung und den Gedanken die Form unseres Weltbildes, das wir ständig neu erfinden, anpassen und zeitweise erweitern.
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Tags: Glaubenssatz, Kongruenz, Verhaltensmuster
Kategorie Modelle, Wahrnehmung | 0 Kommentar »
Sonntag, den 2. März 2008
Jean Piaget (1896-1980, schweiz. Erziehungswissenschaftler und Verhaltensforscher) sagte: Die Intelligenz organisiert die Welt, indem sie sich selbst organisiert.
Die Theorie hinter Piagets These nennt sich kognitive Adaption und vereint die Aspekte der Assimilation, der Akkommodation und der Äquilibration. Grundsätzlich nehmen wir die Einflüsse der Umwelt nicht nur wahr; diese Einflüsse wirken auf unser Weltbild ein und wir konstruieren dieses ständig neu, passen an, stellen neue Verbindungen zwischen alt und neu her etc. Und das alles, damit wir unsere Wahrheit so lange wie möglich aufrecht halten können.
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Tags: Interpretation, Wahrheit, Wahrnehmung, Widerspruch, Wirklichkeit
Kategorie Modelle, Wahrnehmung | 1 Kommentar »
Sonntag, den 17. Februar 2008
Joseph Luft und Harry Ingham, amerikanische Sozialpsychologen, entwickelten um 1955 das JOHARI-Fenster. Es ist ein grafisches Schema zur Darstellung bewusster und unbewusster Persönlichkeits- und Verhaltensmerkmale.
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Tags: blinder Fleck, Johari, Potenzial, Verhaltensmuster
Kategorie Modelle, Wahrnehmung | 0 Kommentar »
Sonntag, den 10. Februar 2008
Die Hälfte unseres Lebens verbringen wir im Zweifel. Zweifel in Entscheidungen, in Beziehungen, in Handlungen, in Werten, in Gefühlen.
In der anderen Hälfte leben wir, fühlen wir, handeln wir, entscheiden wir.
Die Bewertung einer Handlung erfolgt jeweils danach; wenn wir das Ergebnis kennen. Extrahieren wir davon unsere persönliche Wertung, den Aspekt, ob es für uns richtig / gut oder falsch / schlecht ist, bleibt es ein Ereignis, (weiterlesen…)
Tags: Wahrnehmung, Wertung, Zweifel
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Sonntag, den 27. Januar 2008
Ludwig Wittgenstein (1889-1951) formulierte:
Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt.
Als Sprache wird allgemein ein Verständigungssystem oder eine Kommunikationsform verstanden. Sprache ermöglicht das Codieren einer Botschaft oder Mitteilung, die das Gegenüber decodieren muss, um sie zu verstehen und weiterzuverarbeiten.
Der Mensch lebt mit, in und durch seine Sprache. Er bereichert sie und mit jedem neuen Wort erweitert sich seine Welt. Die Sprache ist die Vereinbarung zwischen Erleben, Wahrnehmen und Verstehen der Dinge. Aneinander gereihte Momente erhalten eine eigene Färbung und diese verändert sich im Laufe der Zeit, wenn neue Momente zu Erinnerungen werden. (weiterlesen…)
Tags: Interpretation, Sinneskanal, Sprache, VAKOG
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Montag, den 7. Januar 2008
Bedingungen können nicht geändert werden. Ein Tisch ist ein Tisch, bleibt ein Tisch. Ein grüner Tisch ist ein grüner Tisch, bleibt ein grüner Tisch. Ein grüner Tisch in einem Raum ist ein grüner Tisch in einem Raum, bleibt ein grüner Tisch in einem Raum.
Diese Aufzählung könnte ich ins Unendliche weiterführen. Ad infinitum ad absurdum. (weiterlesen…)
Tags: Glaubenssatz, Interpretation, Talmud
Kategorie Wahrnehmung | 0 Kommentar »
Dienstag, den 1. Januar 2008
In jedem Moment hat das menschliche Wesen die Macht, eine Möglichkeit für sein Da-Sein zu schaffen. Antoine de Saint-Exupéry verleiht dieser Idee ein Gesicht in seiner Geschichte „Der kleine Prinz
“. Der gestrandete Pilot trifft auf den kleinen Prinzen. Mehr als alles andere wünscht sich der kleine Prinz, dass der Pilot ihm ein Schaf zeichnet. Der Einwand des Piloten, er könne gar kein Schaf zeichnen, lässt der kleine Prinz nicht gelten. Schliesslich zeichnet der Pilot eine Schachtel, in der sich ein Schaf befindet und zaubert so ein Lächeln der Zufriedenheit auf das Gesicht des kleinen Prinzen. (weiterlesen…)
Tags: Potenzial, Selbstentwurf, Vision
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