Die Welt, wie wir sie erfinden, besteht aus Vielschichtigkeit und Interpretationsspielraum. Hier einige Interpretationen:
Absicht
Darauf stützen sich jeweils Handlungen. Jede Handlung hat eine bewusste oder unbewusste Absicht. Ist man sich der Absicht gewahr, werden Handlungen gezielter. Absichten weisen auf Haltung und Einstellung hin.
Change Management
Leben ist Veränderung und die einzige Konstante ist Veränderung. Somit steckt jedes soziale, lebende System immer in einer Veränderung. Im Change Management werden die einzelnen Phasen der Veränderung, die das System durchläuft, beobachtet und nach Bedarf interveniert. Da Veränderung auch Verunsicherung unter den Mitgliedern hervorruft, sind folgende Voraussetzungen bei Change Management empfohlen:
- Direkt und indirekt Betroffene einbinden
- Direkt Betroffene zuerst informieren und kontinuierlich weiter informieren
- Indirekt und nicht Betroffene kontinuierlich informieren
- Klares Committment der Führung
- Sinnvermittlung minimiert Verunsicherung
- Konflikte erkennen und austragen
- Schlüsselpersonen und Graue Eminenzen gezielt einsetzen
- Zielgerichtete interne Kommunikation
- Coaching der direkt Betroffenen
↑ Coaching ↑ Dynamik ↑ Führung ↑ System ↑ Teamentwicklung
Coaching
Die Begleitung durch eine Fachperson zu der zielgerichteten, persönlichen Entwicklung oder in einer Phase der Entwicklung.
↑ Entwicklung ↑ Selbstwahrnehmung
Credo
Ursprünglich aus dem Lateinischen für ich glaube; im religiösen Sinn als Glaubensbekenntnis verstanden. Im Credo vereinen sich Haltung, Einstellung, Werte und Rollenverständnis auf das jemand sein Tun begründet. Im Credo werden Positionierung und Abgrenzung deutlich für Aussenstehende formuliert.
Dynamik
Leben ist Veränderung und die einzige Konstante ist Veränderung. Veränderungen und Bewegungen entwickeln eine Dynamik. Dynamik in unserem Sprachgebrauch leitet sich vom Griechischen dynamis ab, das Kraft bedeutet. In dieser Hinsicht als Wirkung der Elemente eines Systems und in Anbetracht der Beziehungen untereinander während einer Bewegung und/oder Veränderung. Weiter wird Dynamik unterteilt in Statik, dem Gleichgewicht der Kräfte, und Kinetik, dem Zusammenhang zwischen der Kräfte der einzelnen Elemente.
↑ Change Management ↑ Entwicklung ↑ System
Entwicklung
In der Selbstwahrnehmung erkennt der Mensch seine Persönlichkeit mit Absichten und Werten. Darauf gründen sein Credo, das wiederum seinem Verhalten eine Dynamik verleiht für seine persönliche Entwicklung. Leben ist Veränderung und Veränderung ist die einzige Konstante.
Entwickeln wird mit Lernen und Verändern gleichgestellt. In erster Linie jedoch ist Entwicklung laut Paul Watzlawick mehr: Status Quo sichern, Verbesserung, Veränderung, Wandel, Transformation.
Führung
Weitläufig als Einflussnahme auf die Willensbildung von sich selbst und/oder Teams zur Erreichung eines gemeinsamen Zieles bzw. im Dienste einer übergeordneten Sache verstanden. Unterschieden wird die intrapersonale und die interpersonale Führung, d.h. die eigene Führung auch als Selbstmanagement bekannt oder die Führung anderer. Wobei sich intra- und interpersonale Führung wechselseitig beeinflussen. In der Führung sind die Vorbildfunktion und die Koordination der Dynamik im Team zentrale Aufgaben und bedingen eine klare Positionierung und Abgrenzung von der Führungsperson und ihres Handelns.
↑ Absicht ↑ Dynamik ↑ System ↑ Werte
Identität
Vom Lateinischen idem für derselbe und kennzeichnet die unterscheidende Eigentümlichkeit des Individuums. Die Zusammenfassung aller herausragenden Merkmale, die den Charakter eines Menschen ausmachen und ihn zur Entität werden lassen. Die Entität hier als Einheit der altgriechischen Trias von Leib, Seele und Geist erklärt. Die Identität ist mehrdimensional und in steter, der Dynamik des menschlichen Wesens unterworfenen Entwicklung. → Wenn die Identität zur Variablen wird
↑ Credo ↑ Selbstwahrnehmung ↑ Werte
Interpretation
Eine persönliche Sichtweise der Situation und die Konstruktion der eigenen Wahrheit. Meist ist die Interpretation mit einer relativen Wertung verbunden, die von aussen her betrachtet absolut erscheint – gut oder schlecht, richtig oder falsch etc. Interpretationen sind immer Kontext bezogen und sollten daher regelmässig reflektiert werden. Werden Interpretationen nicht oder nur wenig hinterfragt, installieren sie sich und ergeben Denkmuster. Aus dem Talmud sehr treffend:
Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal.
Konflikt
Im Zusammenspiel der Elemente in einem System kommt es zu Reibungen und Leistungsverlusten. Konflikte, vom lateinischen confligere für aneinander geraten/kämpfen, entstehen, wenn zwischen zwei oder mehreren Parteien ein Missverständnis über die zu verfolgende Sache bzw. Ziel besteht und die Vorgehensweise noch nicht geklärt ist.
Im Eskalationsmodell nach Friedrich Glasl werden neun Stufen unterschieden:
- Stufe 1: Verhärtung
- Stufe 2: Polarisation und Debatte
- Stufe 3: Taten statt Worte
- Stufe 4: Sorge um Image und Koalition
- Stufe 5: Gesichtsverlust
- Stufe 6: Drohstrategie
- Stufe 7: Begrenzte Vernichtungsschläge
- Stufe 8: Zersplitterung
- Stufe 9: Gemeinsam in den Abgrund
Mediation
Vermittlung zwischen zwei oder mehreren Parteien in einer Konfliktsituation zur Lösungsfindung unter Einbezug der bestehenden Interessen aller Betroffenen und Lösungsfindung auf einer Win/Win-Basis.
Mentoring
Begleitung einer Person unter Berücksichtigung und Aktivierung seiner Ressourcen zu einem bestimmten Zweck, ohne den Zweck zu verändern, zu verfremden, vorzugeben oder die Person zu manipulieren. Voraussetzung für das Mentoring ist, dass der Zweck oder das Ziel der zu fördernden Person bereits bekannt und vollständig formuliert ist und die dazu nötigen Fähigkeiten im Ansatz oder fortgeschritten entwickelt sind. Die Funktion des Mentorings basiert auf der Impulsgebung und Wegweisung des Mentors und der Selbstverantwortung und selbstreferenziellen Fähigkeit des Mentoranden.
Moderation
Prozessbegleitung einer Gruppe mit dem Ziel der Selbstorganisation unter Einbezug ihrer Fähigkeiten und Ressourcen. Interventionen in die Dynamik sind auf ein Minimum beschränkt.
Organisationsentwicklung
Unter den Elementen in einem System bestehen Beziehungen und Interaktionen, die zu einem gewünschten Ziel führen. Um das Ziel zu erreichen organisieren sich die Systemelemente weitgehend selbst. Die Aufgaben zur Zielerreichung und die damit verbundenen Beziehungen und Interaktionen sind organisierbar, d.h. sie können normiert, übersichtlich zirkulär oder linear geordnet werden. Werden neue Beziehungen, Aufgaben oder Interaktionen nötig, um das Ziel weiterhin zu erreichen, müssen die bisherigen Schemata überdacht, verändert, optimiert oder neu entwickelt werden.
↑ Change Management ↑ System ↑ Team ↑ Teamentwicklung
Prozess
Die Zustandsveränderung einer Eingabe (Input) zu einer Ausgabe (Output) oder von einem Anfangszustand zu einem Endzustand.
Selbstwahrnehmung
Im Coaching angewandtes Modell. In der eigenen Wahrnehmung erfährt der Mensch seine eigenen Absichten, Einstellungen und Werte. Der Mensch erfährt, erlebt, entdeckt sich selber. Er nimmt sich im wahrsten Sinne des Wortes selber wahr.
Supervision
In Begleitung einer Fachperson Reflexion und Qualitätssicherung des eigenen Verhaltens mit Absicht der Optimierung bzw. Entwicklung.
System
Angelehnt an Gregory Bateson, der das lebende System mit einer Krocketpartie in Alice’s Wunderland vergleicht: Flamingos sind die Schläger und Igel die Kugeln. Bei den Flamingos weiss man nicht, ob und wie sie die Igel treffen werden. Diese ihrerseits laufen wild durcheinander und die Königin wechselt die Regeln nach ihrem Gutdünken.
O’Connor und McDermott unterscheiden drei Systemarten:
Das einfache System verfügt über wenige Teile, die einige Zustände kennen und wenige Verbindungen untereinander pflegen. Das einfache System zeichnet sich durch eine begrenzte Komplexität aus. Das komplexe System verfügt über mehrere Teile bzw. Objekte, die verschiedene Zustände einnehmen und diese sich abhängig von den untereinander herrschenden Beziehungen und Verbindungen verändern können. Das dynamisch-komplexe System stellt die Steigerung des komplexen Systems dar. Es besteht aus dynamisch-komplexen Objekten bzw. Elementen, die je nach Konstellation auch Subsysteme bilden. Die Elemente pflegen Beziehungen und beeinflussen einander gegenseitig. Prognosen über das Verhalten der einzelnen Elemente auf einen äusseren oder inneren Einfluss lassen sich schwer treffen. Ein dynamisch-komplexes System wird in der Fachliteratur auch als lebendes oder soziales System bezeichnet.
↑ Change Management ↑ Dynamik ↑ Teamentwicklung
Team
Eine Gruppe aus mindestens drei Menschen, die meist unter Führung ein gemeinsames Ziel verfolgen bzw. Aufgaben zu einem übergeordneten Ziel teilen. In einem Team herrschen Regeln und Normen, welche auf dem Leitbild, Einstellung und Werte gründen. Das Team unterliegt einer eigenen systemischen Dynamik. Die Mitglieder übernehmen bewusst oder unbewusst eine Rolle, in der sie ein herausragendes Verhalten an den Tag legen.
↑ Dynamik ↑ Führung ↑ System ↑ Verhalten
Teamentwicklung
Ein lebendes System entwickelt Dynamik und ist ständiger Veränderung unterworfen. Nach einer stabilen Phase verliert es seine Attraktoren, durchläuft eine Phase der Labilität und des Chaos, um dann wieder neue Attraktoren für sich festzulegen und sich wieder zu stabilisieren. Das Konzept der Attraktoren findet sich gleichwohl in natur- wie auch in geisteswissenschaftlichen Anwendungen der Systemtheorie wieder. Prozesse in Systeme laufen auf feste Strukturen hinaus und bilden neue Ordnungen, die nicht allzu grossen Störungen gegenüber stabil bleibt. Somit schwankt ein System ständig zwischen Stabilität und Entwicklung / Wachstum. Dies bringt Konflikte innerhalb des Systems mit sich.
↑ Change Management ↑ Dynamik ↑ System
Verhalten
Wird leider oft mit Handlung synonym gesetzt. Handlungen gründen auf Absichten mit einem Zweck. Verhalten ist jedoch auf den Kontext bezogen. Das heisst, abhängig vom Betrachter wird das Verhalten anders beobachtet, beschrieben, interpretiert oder bewertet. Mit Kontext beschreibt man die Situation und die herrschenden Bedingungen in dieser Situation also Prozessphase, Elemente im System, Beziehungen unter den Systemelementen etc.
Werte
Werte lassen entscheiden, ob etwas gut oder schlecht, richtig oder falsch ist. Sie geben die Hauptmotivation für Handlungen. Werte sind tiefsitzende Überzeugungen, die für den Menschen wichtig sind. Werte sind immer kontextbezogen und werden kontextbezogen sichtbar.
